Bericht Westfalenpost 19.01.2005

Birgit Stremlau behandelt Grimm mit dem Ultraschallgerät. Der elfjährige Schäferhund leidet unter Arthrose. WP-Foto: Karin Masannek

Steffenberg. (km) Mit seinen elf Jahren ist Grimm schon ein etwas älterer Hundeherr. Er leidet unter Arthrose, was sich durch starkes Hinken bemerkbar machte. Seit gut drei Wochen ist er nun bei Birgit Stremlau in Behandlung und mit dem Laufen klappt es wieder deutlich besser. Kurze Spaziergänge sind für den Schäferhund jetzt kein Problem mehr.

Birgit Stremlau ist Kleintier-Physiotherapeutin - ein Beruf, der in Deutschland noch relativ selten, in den USA oder bespielsweise in den Niederlanden schon recht verbreitet ist. Genau wie ihre für Menschen zuständigen Kolleginnen und Kollegen behandelt die Steffenbergerin Patienten, die an Erkrankungen des Bewegungsapparates oder an neurologischen Erkrankungen wie Lähmungen nach Bandscheibenvorfällen leiden oder nach Unfällen und Operationen wieder auf die Beine gebracht werden müssen. Vor allem Hunde gehen bei ihr "in die Reha", aber auch bei Katzen und anderen Kleintieren funktionieren die Therapiemethoden.

"Die Behandlung läuft im Grunde so ähnlich ab wie beim Menschen", schildert Birgit Stremlau. Sie arbeitet mit klassischer Massage, manueller Therapie sowie mit aktiver und passiver Bewegungstherapie. "Man kann die Tiere zwar nicht auffordern, Übungen zu machen, aber sie werden dann eben mit Spielen animiert, bestimmte Bewegungen zu machen", schildert die Therapeutin die Vorgehensweise bei der "Krankengymnastik mit Waldi".

Auch Spezialgeräte kommen zum Einsatz, bespielsweise bei der Elektro-, Ultraschall- oder Lasertherapie. Erkrankungen wie Schwellungen oder verspannte Muskel sprechen gut auf Kälte- oder Wärmebehandlung an.

Doch zuvor muss gründlich erkundet werden, welche Beinträchtigungen vorliegen. "Optimal ist, wenn der Halter mit dem Tier schon beim Tierarzt war und der eine Diagnose gestellt hat", schildert Birgit Stremlau. Sie nimmt dann zusätzlich eine physiotherapeutische Untersuchung vor, wobei u.a. die Beweglichkeit aller Gelenke überprüft wird. "Es muss immer der ganze Hund betrachtet werden, nicht nur der eine Körperteil, an dem Beschwerden sichtbar sind", weiß die Therapeutin. "Manchmal liegt die Ursache an einer ganz anderen Stelle. Dort haben die Tiere Schmerzen und versuchen diesen Bereich zu schonen. So kommt es zu Überlastungen anderer Körperpartien."

Auf welche Signale sie bei ihren vierbeinigen Patienten zu achten hat, hat Birgit Stremlau in einer 15-monatigen Intensiv-Ausbildung gelernt. Neben der Theorie, in der sie sich mit der Anatomie und Physiologie der verschiedenen Tierarten und Hunderassen vertraut machen musste, gehörte auch ein Praktikum zur Ausbildung. Einige grundlegende medizinische Kenntnisse brachte die 37-jährige Steffenbergerin schon aus ihrem früheren Beruf als Arzthelferin mit.

Mittelfristig ist Birgit Stremlau auf der Suche nach einem größeren Haus, das Platz bietet, um dort eine Physiotherapie-Praxis einzurichten. Vorerst bietet sie einen mobilen Service an und kommt zu den Hundebesitzern nach Hause - nicht nur in ihrem hessischen Heimatort Niedereisernhausen, sondern natürlich auch im angrenzenden Wittgensteiner Land. Weitere Infos unter Tel: 06464/913636 oder unter www.hundephysio-online.de

19.01.2005